Martin Poschauko |
Thomas Poschauko
Neamachina
Ein Kreativexperiment:
2 Gestalter / 4 Monate / über 1000 Einzelarbeiten
Diplomarbeit
Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt
Fakultät Gestaltung
Studiengang Kommunikationsdesign | 2007
Betreuer:
Prof. Nicolai Sarafov,
Prof. Erich Schöls,
Prof. Uli Braun




Staatspreis Kommunikationsdesign
Das Buchprojekt Neamachina (griech. für „die neue Maschine“) ist ein Kreativexperiment, dessen Ziel es war, möglichst viele und unterschiedliche formale Varianten und Ideen innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums von vier Monaten zu erschaffen. Dabei werden zwei festgelegte Elemente (das Portrait eines Menschen und der Titel Neamachina) auf unterschiedlichste Arten stilistisch variiert und miteinander kombiniert.
Die Arbeit nutzt die selbstentwickelte Kreativmethode „Kopf – Bauch – Hand – Computer“: durch die Gleichberechtigung und den permanenten Austausch von
a) planerischen und spielerischen Kreativtechniken und
b) handwerklichen und computerbasierten Arbeitstechniken kommt der kreative Prozess nie zum Stillstand. Dies ermöglicht eine große Steigerung des gestalterischen Outputs.
Die Kernthemen der Arbeit sind:
- Renaturierung des automatisierten Computerberufs „Designer“
- Kongeniale Verbindung von Handwerk und Computer
- Das Machen als Voraussetzung des Denkens
Würdigung
Die Diplomarbeit Neamachina von Martin und Thomas Poschauko ist in mehrfacher Hinsicht herausragend. In zwei Büchern mit umfassenden Gestaltungsreihen und einem zusätzlichen Theorieband zeigen die beiden, wie eine konsequent durchdachte „Kreativmethode“ zu einem bestechenden grafischen Ergebnis in beeindruckender Vielfalt führen kann.
Neamachina vernetzt als Gestaltungsprinzip gleichberechtigt alle technischen und kreativen Möglichkeiten im Design mit dem Ziel, die gewonnenen Ergebnisse immer wieder in neue Kreativprozesse einfließen zu lassen. Dadurch befreien sich Entwerfer von äußeren Zwängen und können so ihr gesamtes Potential ideal ausschöpfen. Neamachina emanzipiert sich als Entwurfsmethode von allen medial-technischen Zwängen und nutzt souverän und selbstverständlich den Computer gleichrangig mit anderen, handwerklichen Verfahren.
Das Ziel der „Neuen Maschine“ ist die fruchtbare Verbindung der konzeptionellen mit einer eher emotionalen Herangehensweise in der Gestaltung. Aus dem Machen heraus denken, um planerisch zu handeln wird so zum Postulat für das bessere Design. Diese großartige Arbeit zeigt in ihrem praktischen Teil also nicht nur die Kompetenz zweier hervorragender Gestalter, sondern liefert zusätzlich einen inhaltlich fundierten und wissenschaftlich richtungsweisenden Ansatz für Designer vor, während und nach der Ausbildung.
Prof. Erich Schöls
Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt
